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Mirrorless-Kameras und Auto Focus Assist-Licht

Zur Zeit der Spiegelreflexkameras hatten Aufsteckblitze ein Autofokushilfslicht oder englisch Auto Focus Assist Light, das die Kamera unter schlechten Lichtbedinungen aktivieren konnte, um selbst bei absoluter Dunkelheit fokussieren zu können.

Da dieses bisherige Prinzip bei spiegellosen Kameras nicht mehr funktioniert, herrscht allgemein die Meinung, dass es sowas hier nicht mehr gibt. 

Dass es aber sehr wohl eine geniale Lösung von Profoto gibt, zeige ich in diesem Artikel.

Warum funktioniert das AF-Hilfslicht bei spiegellosen Kameras nicht mehr?

Das Problem

Digitale Spiegelreflexkameras (DSLRs) haben, anders wie spiegellose Kameras, einen separaten Autofokussensor. Den sogenannten Phasenerkennungssensor. Das funktioniert vereinfacht gesprochen so, dass der Spiegel vor der Aufnahme heruntergeklappt ist und das Licht auf diesen Sensor lenkt und dieser ermittelt so den Fokus.

Ein großer Vorteil von spiegellosen Kameras ist, dass es keinen separaten Autofokussensor mehr gibt und dieser Sensor nun im Bildsensor untergebracht ist. Also genau auf der Bildebene, wo der später das Bild gemacht wird. Dies hat den Vorteil, dass es nun keine Abweichung mehr zwischen diesen beiden Sensoren gibt.

Wo liegt nun das Problem?

Das Autofokushilfslicht von allen mir bekannten Aufsteckblitzen von Sony, Canon oder Nikon basiert auf Infrarotlicht. Auch wenn wir als Menschen das Autofokuslicht als rotes Gitter sehen, ist der größte Teil des ausgesendeten Lichtspektrums im für Menschen unsichtbaren Infrarotspektrum. Und dieses Licht ist für den Phasenerkennungssensor relevant.

Das Problem ist nun, dass vor jedem Bildsensor ein Infrarotfilter sitzt, der dieses AF-Hilfslicht herausfiltert. Das ist bei DSLRs genauso wie bei spiegellosen Kameras. Da DSLRs aber einen eigenen AF-Sensor haben, ist das kein Problem. Aber der AF-Sensor von spiegellosen Kameras sitzt im Bildsensor hinter dem Infrarotfilter und sieht das Autofokushilfslicht nicht.

Der meisten Kamerahersteller

Die schlechte Lösung

Sony, Canon und Nikon haben als Lösung für das Problem ein AF-Hilfslicht direkt in die Kamera eingebaut.

Dieses Licht hat aber gleich zwei Probleme.

Es befindet sich meistens zwischen Kameragriff und Objektiv und wird somit in sehr vielen Fällen vom Objektiv abgeschattet, kommt dadurch beim Motiv überhaupt nicht an und bringt somit fast nichts.

Im Bild rechts hat die Sony A7rIV das Sony FE 2.8/24-70 GM montiert und man sieht, dass die linke untere Hälfte des Bildes komplett vom Objektiv abgeschattet wird. Und das in der 24mm Einstellung, bei der das Objektiv  nicht ausgefahren ist und ohne Sonnenblende, die ich zum Schutz normalerweise immer montiert habe.

Weiter handelt es sich bei dem Licht um ein normal gebündeltes LED-Licht, was das Model stark und unangenehm blendet.

Es stört auch unter Umständen auf Veranstaltungen den Ablauf.

Mit einem Aufsteckblitz

Sollte sich ein Aufsteckblitz auf der Kamera befinden, wird es bei Canon noch störender, falls das in der Kamera eingebaute AF-Hilfslicht nicht ausreicht. Dann zündet der Blitz eine Stroboskopsalve ab, was die Kamera dann zum Fokussieren nutzt.

Spätestens dann wird es wirklich peinlich, sollte man sich auf einer Veranstaltung befinden und soll sich als Fotograf eher unbemerkt bewegen.

Von Profoto und Sony

Die beste Lösung

Profoto hat mit dem A1 und A1X eine geniale Lösung parat.

Das Autofokushilfslicht basiert bei beiden Blitzen auf Laserlicht. Dadurch werden alle vorher aufgezeigten Probleme gelöst, bzw. entstehen garnicht erst, wie bei der zuvor erwähnten LED-Lösung im Kameragehäuse.

Weil es laser- und nicht infrarotbasiert ist, funktioniert es mit jeder spiegellosen Kamera zusammen.

Weil es sich, wie bei Aufsteckblitzen üblich, weit genug weg vom Objektiv befindet, wird das AF-Hilfslicht von diesem nicht verdeckt.

Außerdem wird kein flächendeckendes Licht ausgesendet, sondern ein Lichtgitter, was speziell konzipiert wurde, nicht aufdringlich zu sein und niemanden zu stören oder zu blenden.

Das nicht blendende AF-Hilfslicht vom Profoto A1X von Vorne.
Das Lasermuster des AF-Hilfslichts vom Profoto A1X.

Warum nur Sony?

Profoto A1X AF Assist-Einstellungen

Das Autofokushilfslicht vom Profoto A1 und A1X funktioniert rein technisch mit jeder Kamera.

Das Problem ist die Aktivierung. Canon und Nikon haben sich bei der Entwicklung ihrer spiegellosen Kameras entschlossen, das Autofokushilfslicht vom Aufsteckblitz pauschal immer zu deaktivieren, weil die hauseigenen Aufsteckblitze damit nicht funktionieren.

Nur Sony macht das nicht und spielt perfekt mit dem Profoto A1X zusammen.

Befindet sich kein Profoto A1X auf der Kamera, nutzt sie bei schlechtem Licht das eingebaute AF-Hilfslicht.
Ist der Profoto A1X auf der Kamera, aktiviert sie kurz das AF-Laserlicht vom Profoto A1X, es wird fokussiert, es wird wieder ausgeschaltet und das Bild gemacht.

Einfach perfekt, wie es sein sollte!
Getestet wurde es mit der Sony A7rIII und A7rIV.

Dies ist in der Automatik-Einstellung vom Profoto A1X.

Für die spiegellosen Kameras von Canon und Nikon ist aktuell die einzige Option, das AF-Hilfslicht auf ON zu stellen. Dann leuchtet es aber dauerhaft, was auf die Batterie geht und auch merkwürdig aussieht.

Perfektes Zusammenspiel. Die Sony A7rIV und der Profoto A1X.

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